Kanada

Ich bin ein Riesenfan von Kanada, dieses weite, nahezu unberührte Land finde ich einfach fantastisch!

Die Territorien

Alberta British Columbia Manitoba
New Brunswick Newfoundland Nordwest Territories
Nova  Scotia Nunavut Ontario
Prince Edward Island Quebec Saskatchewan
Yukon    

 

Kanada ist mit einer Staatsfläche von 9'970'610 km2 nach Russland das zweitgrösste Land der Erde.
 Die Hauptstadt von Kanada ist Ottawa, eine Stadt die in der Provinz Ontario liegt.
Das Nationalsymbol Kanadas ist seit 1965, als Kanada eine eigene Flagge erhielt, das
Ahornblatt. Es ist schon seit dem 18. Jahrhundert symbolisch mit Kanada verbunden. 

Was bedeutet eigentlich Kanada ?

1534/35 erforschte der französische Seefahrer Jacques Cartier den Sankt- Lorenz- Strom auf der Suche nach der Westpassage um die Erde und nahm das Gebiet beiderseits des Flusses für Frankreich in Besitz.
Dabei versuchte er, von den Indianern den Namen des Landes zu erfahren. Sie aber dachten, er frage sie nach ihrer Ansiedlung, und antworteten "kanata", was das irokesische Wort für "Dorf" ist. So wird also das zweitgrößte Land der Erde noch heute "Dorf" genannt.

Klima

Aufgrund der hohen geographischen Breite und der Größe der Landmasse ist das Klima in weiten Teilen Kanadas kontinental geprägt mit hohen Temperaturschwankungen im Jahresverlauf. Im Norden herrschen arktische bis subarktische klimatische Bedingungen. Das Fehlen höherer von West nach Ost verlaufender Gebirgszüge ermöglicht vor allem in Mittel- und Ostkanada das Vordringen arktischer Luftmassen bis weit nach Süden. Nur in den südlichsten Landesteilen ist das Klima gemäßigt. Allgemeines Kennzeichen des kanadischen Klimas sind lange, schneereiche Winter, in denen die Temperaturen –30 °C unterschreiten können, und kurze, mitunter heiße Sommer. Durch maritime Einflüsse sind die Temperaturen der pazifischen Küstenregion milder als in Gebieten gleicher Breitenlage im Landesinneren. Auch im atlantischen Küstenbereich dämpfen ozeanische Einflüsse die Temperaturextreme und führen zu ausgeglichenerem Klima.

Im Einflussbereich des Atlantischen Ozeans liegen die Jahresniederschläge bei 1 000 bis 1 500 Millimetern; zum Landesinneren nehmen sie auf 300 bis 500 Millimeter ab. Die den niederschlagsbringenden Westwinden ausgesetzten Westhänge der Küstenkordillere erhalten wegen ihrer Stauwirkung mit 6 000 Millimetern extrem hohe Jahresniederschläge, während die Leeseite relativ trocken ist. Eine klimatische Besonderheit der Hochgebirgsregion ist der Chinook, ein warmer Fallwind an der Ostseite der Rocky Mountains, dessen Auftreten oft zu rascher Schneeschmelze führt.

Flüsse und Seen

Kanada ist ein überaus seenreiches Land. 31 Seen besitzen eine Fläche von mehr als 1 300 Quadratkilometer. Zu den größten Seen gehören Großer Bärensee, Großer Sklavensee, Winnipegsee, Athabascasee sowie die Großen Seen, durch die mit Ausnahme des Michigansees, der ganz auf dem Gebiet der Vereinigten Staaten liegt, die Grenze zum südlichen Nachbarland verläuft. Der Anteil Kanadas an der Gesamtfläche der Großen Seen beträgt 37 Prozent. Die bedeutendsten Flüsse sind der Mackenzie (mit dem Peace River), der dem Nordpolarmeer zufließt, der Sankt- Lorenz- Strom, der das Gebiet der Großen Seen entwässert und über den Sankt- Lorenz- Golf in den Atlantischen Ozean mündet, und der Nelson (mit dem Saskatchewan), der in die Hudsonbai fließt.

.

Die Geschichte Kanadas in Zahlen

Kanada ist eine relativ junge Nation, deren Geschichtsschreibung weniger als 500 
Jahre umfasst. Die Ureinwohner Kanadas waren Indianer und Inuit (Eskimos).

Um 30.000 v. Chr. 

Sibirische Nomadenvölker, Vorfahren der Indianer, wandern über die Beringstraße nach Nordamerika ein.

1497 

John Cabot segelt in britischem Auftrag über den Atlantik und landet in Neufundland. 

16 Jh.

Französische Kolonisten gründen erste Ansiedlungen am oberen St- Lorenz- Strom und nennen das Gebiet "Kanatta" (indianisch "Gruppe 
kleiner Dörfer"). 

1670

Prince Rupert gründet mit Kaufleuten in London die Hudson`s Bay Company. Die Gesellschaft kontrolliert den Pelzhandel von der Hudson Bay bis zur Westküste - auf Kosten der Indianer.

1778

Der Britische Entdecker James Cook segelt entlang der kanadischen Pazifikküste. Eine ähnliche Route sollen spanische Seefahrer schon vor ihm genommen haben.

1792

Der Brite George Vancouver umrundet die Insel, die später nach ihm benannt wird - Vancouver Island.

1793

Alexander Mackenzie stößt als erster Weißer auf dem Landweg zum Pazifik vor - doch die Nordwestpassage findet auch er nicht.

1808

Simon Fraser, ein schottischer Entdecker, fährt über den Fluss, der später nach ihm benannt wird, von den Rockies bis zum Pazifik.

1812 -1814

Die USA wollen ihre Interessen in Kanada mit militärischen Mitteln durchsetzen, verlieren aber den Krieg gegen England und ziehen sich zurück.

1841

Upper und Lower Canada schließen sich zur britischen Kronkolonie Kanada zusammen. 1846 wird der 49. Breitengrad als endgültige Grenze zwischen Kanada und den USA festgelegt.

1858 - 1870

Beginn des großen Goldrausches am Fraser River. Über die Cariboo Wagon Road ziehen Goldsucher bis nach Barkerville.

1867

Der British North America Act wird verabschiedet. Das Dominion of Canada entsteht und bleibt unter dem politischen Einfluss des britischen Mutterlandes.

1873

Gründung der North West Mounted Police, die später zur Royal Canadian Mounted Police wird und heute noch existiert.

1879 - 1885

Bau der Canadian Pacific Railway, der Transkontinentaleisenbahn zwischen Winnipeg und der Westküste.

ab 1896

Goldrausch am Klondike. Der Yukon wird zum Territorium und schließt sich Kanada an.

1931 

Kanada wird souveräner Staat im Britischen Commonwealth. 

1933

Der Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise. Die Arbeitslosenrate steigt auf dreißig Prozent.

1942

Der Alaska Highway, ursprünglich eine militärische Versorgungsstraße, wird von Dawson Creek ( British Columia ) nach Fairbanks ( Alaska ) gebaut.

1949

Kanada wird Mitglied der Nato.

1962

Der Trans Canada Highway, eine mehrspurige Autobahn von Küste zu Küste, wird fertig gestellt.

1988

Olympische Winterspiele in Calgary.

1994

Das Handelsabkommen "NAFTA"( North American Free Trade Agreement ) zwischen Kanada, USA und Mexiko wird unterzeichnet und verhilft Kanada zu einem wirtschaftlichen Aufschwung.

1995

Bei einer Volksabstimmung über die Unabhängigkeit der Provinz Quebec unterliegen die Separatisten nur knapp.

1999

Am 1. April 1999 wird der neue Bundesstaat Nunavut im Norden Kanadas ins Leben gerufen. Die Inuit erhalten damit ihre eigene Provinz und Raum zur Selbstbestimmung.

 

 

Kanada hat 10 Provinzen und 3 Territorien, jede mit einer eigenen Provinzhauptstadt (in Klammern): 

.

Alberta (Edmonton)

Indigene Völker, deren Vorfahren vermutlich vor Jahrtausenden von Asien über die Bering-See gekommen sind, waren die ersten Bewohner Albertas. Indianervölker der Blackfoot, Blood, Piegan, Cree, Gros Ventre, Sarcee, Kootenay, Beaver und Slavey mit ihren vielfältigen Dialekten der Athpaskan- und Algonkian-Sprache waren die einzigen Bewohner der damals weiträumigen Wildnis.
Diese frühen Bewohner Albertas, vor allem die in den Wäldern der mittleren und nördlichen Region lebenden Stämme, wurden von den europäischen Pelzhändlern, die im 18. Jahrhundert hierher kamen, als Partner geschätzt. Als erster europäischer Forschungsreisender erkundete 1754 Anthony Henday das heutige Alberta.
Peter Pond von der North West Company richtete hier 1778 den ersten Pelzhandelsposten ein. Die Hudson's Bay Company dehnte ihren Machtbereich allmählich bis weit in den Norden Nordamerikas bis Rupert's Land und die Nordwest-Territorien aus sowie bis zu der Region, die das heutige Alberta ausmacht. Seit dieser Zeit stritten sich die Hudson's Bay Company und die Nord West Company über die Vormachtstellung in der Region und machten sich mit ihren Pelzhandelsstationen Konkurrenz. Erst die Fusion der beiden Unternehmen im Jahre 1821 machte dieser Rivalität ein Ende.
Bei ihren Expeditionen entdeckten Henry Youle Hind und John Palliser, daß es in Teilen dieser Region, besonders im fruchtbaren und sehr trockenen Landstrich nördlich des Palliser-Dreiecks, ausnehmend gutes Farmland gab. Daraufhin beschlossen die Briten, die Nutzungslizenz für die Hudson's Bay Company nicht zu verlängern. 1870 übernahm das Dominion of Canada das Nordwest-Territorium und verwaltete es von der neuen Provinz Manitoba aus.
Als die Eisenbahn 1883 Alberta erreichte, wuchs die Bevölkerung rasch an. Weitere Ursachen für den eindrucksvollen Bevölkerungszuwachs war die Entdeckung neuer Weizensorten, die für das Klima der kanadischen Prärie besonders geeignet waren sowie der Mangel an neuem Farmland in den Vereinigten Staaten. Hinzu kam, dass die Zeit der Depression in ganz Nordamerika zuende ging.
Am l. September 1905 wurde Alberta, benannt nach Prinzessin Louise Caroline Alberta, der vierten Tochter von Königin Victoria, zu einer kanadischen Provinz mit der Hauptstadt Edmonton. Sie bestand aus dem Distrikt Alberta sowie Teilen der Distrikte von Athabasca, Assiniboia und Saskatchewan.

.

British Columbia (Victoria)

British Columbia ist Kanadas westlichste Provinz und eine der gebirgigsten Regionen Nordamerikas. Es grenzt an die Provinz Alberta, das Yukon-Territorium sowie an mehrere US-amerikanische Bundesstaaten, einschließlich Alaska.

Die Kultur der indigenen Völker British Columbias ist reich und umfassend. Aufgrund der klimatischen und geographischen Vielfalt der Pazifikküste entwickelten die indigenen Völker, die sich hier niederließen, ganz unterschiedliche Kulturen und Sprachen.

Die Küstenbewohner waren, was sich noch heute an ihren Wappenpfählen zeigt, Experten in der Holzschnitzerei. Überdies galten sie als geschickte und kühne Wahlfänger. Charakteristisch für ihr Gesellschaftssystem waren z.B. Potlachs, eine Zeremonie, in deren Verlauf die Gäste reich beschenkt wurden, sowie theatralische Aufführungen.

Im Jahre 1774 erreichten die ersten Europäer unter spanischer Flagge die Küste der heutigen Provinz British Columbia. Anders als in Ostkanada, wo sich England und Frankreich die Gebietshoheit streitig machten, erhoben Spanier und Russen als Erste Ansprüche auf bestimmte Teile von British Columbia. Im 18. Jahrhundert waren es die Spanier, die die Westküste zwischen Mexiko und Vancouver Island in Besitz nehmen wollten. Zur gleichen Zeit beanspruchten die Russen die Herrschaft über die Pazifik-Küste zwischen Alaska und San Franzisco. Ihre Forderungen überschnitten sich so mit denen der Spanier.

1778 skizzierte Kapitän James Cook aus Großbritannien als Erster eine Karte der Region. Das heutige Victoria war die erste feste Sieldung. Die Briten etablierten sie im Jahre 1843.
Als man 1857 im unteren Fraser-Tal Gold entdeckte, strömten Tausende von Menschen auf der Suche nach Gold und Reichtum in die Region. Im darauffolgenden Jahr etablierte die britische Regierung die Kolonie British Columbia, um besser für die Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung sorgen zu können. Nachdem der Goldrausch vorbei war, schloss sich die Kolonie von Vancouver Island 1866 British Columbia an.
Tausende von Kilometern und das Hochgebirge trennten die Kolonie vom übrigen Britisch- Nordamerika. British Columbia schloss sich 1871 der Konföderation an, nachdem es die Zusage erhalten hatte, dass die Pazifikküste durch eine Eisenbahnlinie mit dem übrigen Kanada verbunden werde.

.

Manitoba (Winnipeg)

Der Name der Provinz leitet sich von dem Cree-Wort "Manitou bou" ("Der Engpass des Großen Geistes") her und bezieht sich auf den Manitoba-See, der in der Mitte nur knapp einen Kilometer breit ist. Wenn an seinem Nordufer die Wellen gegen lose Felsen schlagen, bringen sie diese zum Klingen. Für die ersten Ureinwohner, die hier lebten, waren diese Geräusche die Klänge der Trommel des Geistes Manitou.
Die ersten Bewohner Manitobas waren die Assiniboine-Indianer. Später kamen andere Stämme hinzu, auch die Cree, die den wandernden Bison- und Karibu-Herden folgten.

.

New Brunswick (Fredericton)

Europäern war New Brunswick schon seit dem frühen 15. Jahrhundert bekannt, als unerschrockene baskische Fischer ihr Gewerbe von Miscou aus bis in den Nordosten der Provinz ausdehnten. Damals lebten Indianer vom Stamm der Malecite und Mi'Kmaq in dieser Region. Die Mi'Kmaqs waren die ersten, die Samuel de Champlain und die Franzosen empfingen, als diese 1604 in New Brunswick an Land gingen. Die Ureinwohner unterhielten von Anfang an gute Beziehungen zu den Franzosen. Sie waren den französischen Siedlern, den Akadiern, bei der Anpassung an das neue Land behilflich und beteiligten sich an den französischen Angriffen auf Neuengland.
Ein Jahrhundert lang befehdeten sich Briten und Franzosen wegen des Besitzes der Region. Mal gewannen die einen, mal die anderen die Befehlsgewalt über die Gegend, bis im Jahre 1713 Akadien im Vertrag von Utrecht an die Briten abgetreten wurde. Mit der Zeit verloren die Franzosen das Interesse an den Akadiern. Sie wandten sich dem Neuen Frankreich zu und dem blühenden Pelzhandel.
Bis 1755 hatte England seine Vorherrschaft als Kolonialmacht etabliert. Aus Furcht, die Akadier könnten zu einem Sicherheitsrisiko werden, vertrieben die Briten die Akadier, die keinen Treueeid auf die Britische Krone schwören wollten, fast ausnahmslos in die Vereinigten Staaten. Ihr Exil dauerte acht Jahre. Dann kehrte ein Großteil von ihnen wieder in ihre Heimat zurück.
1783 wurde der Westteil von Nova Scotia zur Heimat von Tausenden von Loyalisten, die sich nach der amerikanischen Revolution hierher geflüchtet hatten. Diese amerikanischen Kolonialisten wollten der Britischen Krone treu bleiben und gründeten im Nordteil der Provinz ihre Gemeinden. Diese Masseneinwanderung von Loyalisten führte zu einer Spaltung zwischen Nova Scotia und New Brunswick. Im Juni 1784 wurde New Brunswick eine eigenständige Provinz. Zusammen mit anderen Provinzen schloss sich New Brunswick 1867 zum Dominion of Canada zusammen

.

Newfoundland (St. John's)

Die Zentralregion der Insel Newfoundland war einst die Heimat der mittlerweile ausgestorbenen Beothuk-Indianer. Norweger waren die ersten Europäer, die im späten zehnten Jahrhundert nach Newfoundland kamen. (Die Siedlung der Norweger, l'Anse aux Meadows, war das erste historische Kulturdenkmal, das die UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt hat.)
Zu den frühen Besuchern Newfoundlands, die im 16. Jahrhundert - möglicherweise aber auch schon früher - als Fischer über den Atlantik gesegelt waren, gehörten Basken, Portugiesen, Spanier, Briten und Franzosen.
Im Jahre 1497 machte sich der italienische Seefahrer Giovanni Caboto (John Cabot) auf, um den nördlichen Teil des Westatlantiks zu erkunden. Er landete am 24. Juni 1497, am Tag des heiligen Johannes des Täufers, auf der Insel, nannte sie zu Ehren dieses Heiligen "St. John's Island" und erklärte sie zum Besitz seines Gönners und Dienstherren Henry VII von England.
Im 16. und 17. Jahrhundert war die Geschichte Newfoundlands von den britisch-französischen Kolonialkriegen geprägt. Damals hatte sich Frankreich auf dem Festland, in Ostkanada, bereits fest etabliert und begann jetzt, auch Besitzansprüche auf Teile von Newfoundland anzumelden. Ungeachtet der Proteste britischer Kaufleute und Fischer baute Frankreich in Placentia ein Fort und eine Kolonie. Der Vertrag von Utrecht machte 1713 einer langen Zeit feindlicher Überfälle und Scharmützel beider Nationen ein Ende und bekräftige die britische Souveränität über Newfoundland und über die Fischgründe.
Im Jahre 1832 wurde der Bevölkerung von Newfoundland das Recht auf eine gewählte Versammlung zugestanden. Nach langer Debatte erhielt Newfoundland dann 1855 eine eigenverantwortliche Regierung. Zehn Jahre später vertagte Newfoundland die Entscheidung über einen Beitritt zum Dominion of Canada. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kam der zukünftige Status Newfoundlands erneut zur Sprache. In einer 1948 durchgeführten Volksbefragung sprach sich eine Mehrheit für den Beitritt zur kanadischen Konföderation aus. Am 31. März 1949 wurde Newfoundland Kanadas jüngste Provinz.

.

Northwest Territories (Yellowknife)

Die  Fläche beträgt 1526 320 Quadratkilometer, 358 Tausend Einwohner ergeben eine Bevölkerungsdichte von lediglich 0,02 pro Quadratkilometer.

Nova Scotia (Halifax)

Lange vor der Ankunft der ersten Forschungsreisenden aus Europa lebten in Nova Scotia die Mi'Kmaq-Indianer. Die ersten Europäer, die Anfang des 11. Jahrhunderts hierher kamen, waren Norweger. 1497 entdeckte der Seefahrer John Cabot vor der Küste reiche Fischgründe.
Im 17. Jahrhundert war das gesamte Nova Scotia, wie auch Teile von Québec, New Brunswick und Maine, die zusammen die Region Acadia bildeten, von Franzosen besiedelt. 1605 hatte Pierre de Monts in Port Royal die erste, erfolgreich arbeitende landwirtschaftliche Siedlung in Kanada gegründet. Im darauffolgenden Jahrhundert befehdeten sich Briten und Franzosen wegen der Herrschaft über diese Region. Deren nationale Hoheit wechselte von einer Seite zur anderen, bis durch den Frieden von Utrecht im Jahre 1713 ganz Akadien den Briten überlassen wurde.
Dennoch ging der Streit zwischen England und Frankreich weiter. Obgleich die Akadier, meist französische Siedler, beide Seiten von ihrer Neutralität zu überzeugen versuchten, kamen die Briten 1755 doch zu dem Schluss, dass die Akadier ein zu großes Sicherheitsrisiko darstellten. Sie vertrieben alle Akadier, die keinen Eid auf die britische Krone leisten wollten. Viele von ihnen kehrten nach Frankreich zurück, andere ließen sich in Neufrankreich nieder, und viele gingen in die Vereinigten Staaten.

.

Nunavut (Iqaluit)

.

Ontario (Toronto)

Vor mehr als 10 000 Jahren, im Verlauf der letzten Eiszeit, kamen die ersten Menschen nach Ontario. Auf die Nachkommen dieser ersten Einwanderer, die Indianernationen der Irokesen und der Algonquin, trafen im 17. Jahrhundert die Europäer. 1610 segelte Henry Hudson in die große Bucht, die heute seinen Namen trägt und erreichte das Ufer des heutigen Ontario. Im südlichen Teil der Provinz machten 1613 Samuel de Champlain und Étienne Brûlé erste Bekanntschaft mit den indigenen Völkern.

1774 herrschten die Briten über Südontario, den Teil der britischen Kolonie Québec. Durch das Verfassungsgesetz von 1791 wurde "Québec" in zwei Teile geteilt. Ontario wurde in Upper Canada (Oberkanada) umbenannt. Dies war angesichts des großen Zustroms von Loyalisten, die nach der Amerikanischen Revolution geflohen waren, notwendig geworden.

1840 wurden Upper und Lower Canada (Unterkanada) im Rahmen des Unionsgesetzes wiedervereint. Sie erhielten nun den Namen Kanada. Die beiden Regionen West- und Ostkanada beteiligten sich 1864 an der Konföderationsdebatte. Als das Domionion of Canada im Jahre 1867 gegründet wurde, teilten sie sich in die Provinzen Ontario und Québec.

.

Prince Edward Island (Charlottetown)

Die Mi'Kmag-Indianer, die die Insel schon gut 2000 Jahre vor der Ankunft der ersten Europäer bewohnten, nannten sie "Abegweit" - frei übersetzt bedeutet dies "Wiege der Wellen". Es gibt aber auch Hinweise darauf, dass die Vorfahren der Mi'Kmaqs schon 10 000 Jahre früher dort gelebt hatten. Sie waren vermutlich über eine Tiefebene dorthin gelangt, die jetzt von der Northumberland Strait bedeckt ist.
Mit der Landung von Jacques Cartier im Jahre 1534 entdeckten die Europäer die Insel; Cartier beschrieb sie als "das schönste Fleckchen Erde, das man sich vorstellen kann." Ungeachtet dieser überschwenglichen Schilderung dauerte es noch lange, bevor die Insel besiedelt wurde. Die erste auf Dauer angelegte Kolonie richteten die Franzosen im Jahre 1719 ein; 30 Jahre später lebten erst 700 Menschen auf der Insel.
Erst als die Briten 1755 die Akadier aus Nova Scotia vertrieben, nahm die Bevölkerung der Insel rasch zu. Als 1758 Louisbourg an die Briten fiel, war sie auf 5000 Menschen angewachsen.
Im Jahre 1766 zeichnete Kapitän Samuel Holland eine topographische Karte der Insel - damals als Insel St. John bekannt. Anhand dieser Karte teilte er das Land in 67 Parzellen auf und loste diese unter einer Gruppe von britischen Landbesitzern aus. Viele von ihnen setzten niemals einen Fuß auf die Insel und sorgten für eine Menge Scherereien. Einige weigerten sich, ihr Land an die Pächter zu verkaufen, andere verlangten exorbitante Kauf - oder Pachtpreise.
1769 wurde die Insel St. John eine separate Kolonie, die 1799, zu Ehren des Prinzen Edward von England, ihren heutigen Namen erhielt.
Prince Edward Island gilt als die Wiege der Konföderation, denn in ihrer Hauptstadt Charlottetown fand 1864 die Konferenz statt, die den Anstoß für die kanadische Konföderation gab. Dennoch dauerte es noch bis 1873, bevor Prince Edward Island selbst dem Dominion of Canada beitrat.

.

Québec (Québec City)

Der Name "Québec" entstammt der Sprache der Algonquin-Indianer und bedeutet "enge Durchfahrt" oder Meerenge. Gemeint war damit ursprünglich das enge Flußbett des St. Lorenz-Stroms an der Stelle, an der heute Québec City liegt. Anfangs lebten Algonquin-Indianer und Irokesen im Gebiet des heutigen Québecs. Im Norden leben bis heute Inuit.

Die Geschichte der europäischen Besiedlung Québecs begann 1534 mit der Ankunft des französischen Forschungsreisenden Jacques Cartier. Die folgende Zeit war gekennzeichnet von der Etablierung eines blühenden Pelzhandels, von den relativ freundschaftlichen Beziehungen der Europäer zur einheimischen Urbevölkerung und von der ständigen Rivalität zwischen französischen und britischen Siedlern.

Québec City wurde 1608 gegründet und wurde die Hauptstadt von Neu-Frankreich. In der Zeit der französischen Herrschaft war die befestigte Stadt ein bedeutendes Handelszentrum. Québec City gilt heute als die Wiege der französischen Zivilisation in Amerika. Die UNESCO ernannte die Stadt 1985 zum Weltkulturerbe.

Die Rivalität zwischen Franzosen und Briten in Nordamerika gipfelte im Siebenjährigen Krieg, in dessen Verlauf Québec City 1759 von den britischen Streitkräften eingenommen wurde. Im Vertrag von Paris von 1763 wurde Neu-Frankreich eine britische Kolonie. Erst im "Québec Act" von 1774 wurden das französische Zivilrecht von den Briten anerkannt, die Religionsfreiheit garantiert und der Gebrauch der französischen Sprache erlaubt.

Wegen des starken Zustroms von Loyalisten, die britische Untertanen bleiben wollten und sich deshalb nach der Amerikanischen Revolution in den Westen von Québec gefüchtet und hier niedergelassen hatten, wurde die Kolonie 1791 in Oberkanada (heute Ontario) und Unterkanada (Québec) geteilt. Nachdem es in beiden Regionen zu Aufständen gekommen war, wurden sie 1837 durch das Gesetz der Union wiedervereint und 1840 zur Provinz Kanada. 1867 gehörte Québec zu den Gründungsmitgliedern des neuen Dominion of Canada.

.

Saskatchewan (Regina)

Die ersten Europäer, die als Forschungsreisende und Fallensteller nach Saskatchewan kamen, fanden hier bereits wohl etablierte Siedlungen der indigenen Völker vor. Im Norden lebten die Chipewyan-Indianer. Als Nomaden durchstreiften die Blackfoot-Indianer die Ebenen im Osten, und im Westen lebten die Assiniboine. Das Gebiet der Cree, die seit langem im Norden lebten, erstreckte sich auch südwärts bis in die Ebenen.
Als erster Forschungsreisender kam Henry Kelsey, ein Agent der Hudson's Bay Company in die4 Provinz. Er war 1690 dem Saskatchewan River bis zu den südlichen Ebenen Saskatchewans gefolgt. Den Trappern folgten Pelzhandelsunternehmen und Handelsposten auf dem Fuße. Sie begründeten viele der heutigen Siedlungen.
200 Jahre lang besaß und verwaltete die Hudson's Bay Company die Nordwest-Territorien. Als sie deren landwirtschaftliches Potential und Besiedlungsmöglichkeiten erkannte, erwarb die Regierung von Kanada im Jahre 1870 die Territorien. Nach dem Erlass des Dominion Lands Act im Jahre 1872, das die Besiedlung förderte, und nach der Verabschiedung eines weiteren Gesetzes, das die Einwanderung ankurbelte, brachte die neue Eisenbahn Siedler in dieses fruchtbare Land.

.

Yukon Territory (Whitehorse)

Pelze und Gold waren die Hauptmotive bei der schrittweisen Eroberung des canadischen Nordwestens. Um 1850 hatte die Hudson´s Bay Company das Gebiet nordöstlich des 60. Breitengrades erreicht und Handelsposten überzogen. Wenig später tauchten die ersten Goldgräber auf, Goldrausch-Veteranen aus Californien und British Columbia auf der Suche nach dem "lucky strike". Ihr Stunde schlug 1896. Goldfunde in der Nähe der heutigen Stadt Dawson City lösten den Klondike -Goldrausch aus. Die wilde Zeit inspirierte Jack London und Robert Service zu ewig jungen Abenteuergeschichten. So mancher Digger wurde über Nacht zum Millionär, andere dagegen brachten ihre mühsam geschürften Goldkörnchen und Nuggets in den Tanzschuppen und Spelunken von Dawson mit Schnaps und leichten Mädchen durch. 40000, nach einigen Quellen sogar 50000 Menschen sollen in dieser Zeit in und um Dawson City gelebt und vom großen Glück geträumt haben, fast doppelt so viele wie das gesamte, knapp 500000 Quadratkilometer große Yukon Territory heute an Einwohnern zählt. 1905 waren die Goldadern erschöpft,das Yukon versank in eine Art Dornröschenschlaf. Erst 1942 hauchte der als Aufmarschroute gegen Japan innerhalb von acht Monaten von Dawson Creek (BC) nach Fairbanks (Alaska) getriebene Alaska Highway der entlegenen Region wieder Leben ein. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die rund 2500 km lange, durch die letzten Wildnisgebiete Nordamerikas führende Straße dem Zivilverkehr übergeben und erwarb sich bei Touristen bad dem Ruf eines ultimativen Autofahrererlebnisses.

zurück zur Startseite