Wölfe 

"On the darkest of nights,

the spirit of the wolf

  shines bright.

Listen closely with your heart...

 and you will hear his song."

Seit jeher muss der Wolf herhalten wenn es darum geht Großmütter zu fressen oder Kindern andere Schauermärchen zu erzählen.

Dabei sind es gerade diese Geschichten die seinen schlechten Ruf erhalten oder neu schüren.

Mitschuld haben die Gebrüder Grimm, ja selbst Jesus warnte damals vor dem "Wolf im Schafspelz".

Dabei ist der Mensch die eigentliche Gefahr.

Einst lernte er von den Wölfen das Jagdverhalten und das Überleben in der harten Eiszeit,

später nahm er ihnen immer mehr Lebensraum und Nahrungsquellen.

So waren die Wölfe geradezu gezwungen das Vieh der Bauern zu reißen.

Der Mythos der blutrünstigen, menschenmordenden Bestie war geboren.

Heute liegt das Schicksal der Wölfe alleine in der Hand des Menschen, er muss Sorge tragen das die

Letzten dieser wunderbaren Tierart erhalten bleiben.

Seltsamerweise ist der direkte Nachfahre des Wolfes der beste Freund des Menschen - der Hund.

Einen Hund passt man sich an, einem Wolf muss man sich selber anpassen.

Seine nie aufgegebene Eigenständigkeit dem Menschen gegenüber verdankt er seinen Ruf,

lasst uns alles dafür tun das es nicht auch sein Untergang wird.

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Verbreitungsgebiet (violett)

Nur die Berge leben lange genug, um das Geheul der Wölfe zu verstehen. (Aldo Leopold 1949)

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Mit den Augen eines Wolfes


"Seit den Zeiten, als nur Sonne und Mond uns Licht gaben, kannte ich Dich. Aus 
den riesigen und undurchdringlichen Wäldern heraus beobachtete ich Dich. Ich war 
Zeuge, als Du das Feuer bändigtest und fremdartige, neue Werkzeuge machtest.

Von den Kämmen der Hügel und Berge aus sah ich dich jagen und beneidete dich um 
Deine Jagderfolge. Ich fraß Deine Beutereste und Du fraßt meine Beutereste.

Ich lauschte Deinen Gesängen und sah Deinen Schatten um die hellen Feuer tanzen. 
In einer Zeit, so weit zurück, dass ich mich kaum mehr erinnern kann, schlossen 
sich einige von uns Dir an um mit Dir an den Feuern zu sitzen. Sie wurden 
Mitglieder Deines Rudels, jagten mit Dir, beschützten Deine Welpen, halfen Dir, 
fürchteten Dich, liebten Dich.

Und für sehr lange Zeiten lebten wir so zusammen, denn unsere Wesen waren sich 
sehr ähnlich. Deswegen hast Du die Zahmen von uns adoptiert. Ich weiß, einige 
von Euch respektieren auch mich, den Wilden. Ich bin ein guter Jäger. Auch ich 
respektierte Dich. Auch Du warst ein guter Jäger. Ich sah dich oft gemeinsam mit 
den Zahmen Beute erlegen.

In jenen Zeiten gab es alles im Überfluss. Es gab nur wenige von Euch. Die Wälder 
waren groß. Wir heulten zusammen mit den Zahmen in der Nacht. Einige von ihnen 
kehrten zu uns zurück, um mit uns zu jagen. Einige von ihnen fraßen wir, denn 
sie waren uns zu fremd geworden. So lebten wir zusammen für lange, lange Zeiten. 
Es war ein gutes Leben.

Manchmal stahl ich von Deiner Beute, und Du stahlst von meiner Beute. Erinnerst 
Du dich, wie Dein Rudel hungerte als der Schnee hoch lag? Du fraßt die Beute die 
wir erlegt hatten. Das war unser Spiel. Das war unsere gegenseitige Schuld. 
Manche nannten es ein Versprechen.

Wie viele der Zahmen aber wurdest auch Du uns immer fremder. Wir waren uns einst 
so ähnlich, aber jetzt erkenne ich einige der Zahmen nicht mehr und ich erkenne 
auch einige von Euch nicht mehr. Du machtest auch die Beute zahm. Als ich 
begann, Deine zahme Beute zu jagen (es waren dumme Kreaturen auf die die Jagd 
keine Herausforderung war, aber die wilde Beute war verschwunden), jagtest Du 
mich und ich verstand nicht, warum.
Als Deine Rudel immer größer wurden und begannen, gegeneinander zu kämpfen, sah 
ich Eure großen Kriege. Ich fraß jene, die Du erschlagen hattest. Dann jagtest 
Du mich noch mehr, denn für mich waren sie Nahrung, aber Du hattest sie getötet. 


Wir Wilden sind nur noch wenige. Du zerstörtest unsere Wälder und brachtest 
viele von uns um. Aber ich jage immer noch und füttere meine versteckten Welpen, 
wie ich es immer getan habe. Ich frage mich, ob die Zahmen eine weise Wahl 
trafen, als sie sich euch anschlossen. Sie haben den Geist der Wildnis 
vergessen. Es gibt viele, viele von ihnen, aber sie sind mir so fremd.
Wir sind nur noch wenige und ich beobachte Dich immer noch, um Dir auszuweichen.

Ich denke, ich kenne Dich nicht mehr länger."

(Canis lupus)


Aus Jim Brandenburg´s Buch "Brother Wolf" 


Wissenschaftlicher Name: 
Canis lupus

Beschreibung:
Größe wie ein starker Schäferhund. Gewicht 25 - 30 kg. Manche Rüden 
können sogar bis 70 kg schwer werden. Färbung sehr variabel, 
überwiegend grau, mit buschigem, behaartem Schwanz. Stammform des 
Haushundes. 

Verbreitung:
Einst das am weitesten verbreitete Säugetier, von der Arktis 
Nordgrönlands bis in die Halbwüsten Saudi-Arabiens. 

Lebensweise:
Sowohl dämmerungs- als auch nachtaktiv; mitunter auch tagsüber 
anzutreffen. Sehr ausdauernder Läufer. Lebt und jagt überwiegend im 
Rudel. Als Nahrung dienen insbesondere Wirbeltiere, es werden aber 
auch Aas und Pflanzen (Hagebutten und Beeren) gefressen. 

Fortpflanzung: 
Paarungszeit im Winter. Tragzeit 63 Tage. Die 4 bis 6 (manchmal 
sogar 10) Jungen kommen zwischen März und April zur Welt. Sie sind 
mit ungefähr 6 Monaten selbständig und erreichen die 
Geschlechtsreife nach 2 Jahren. Im Alter von 3 Jahren trennen sich 
die Jungtiere von ihrem Rudel und suchen sich einen neuen 
Lebensraum. Die meisten Wölfe überleben ihr erstes Lebensjahr nicht. 
Nur wenige Tiere werden älter als 6 Jahre, sie können aber bis 
maximal 16 Jahre alt werden. 

Der Stammbaum des Wolfes

Der Wolf, lateinisch Canis lupus, gehört zur Familie der Hundeartigen Raubtiere ( Canidae).

Sie gehören mit den Katzen, Mardern und Bären zu der Ordnung der Raubtiere ( Carnivor ).

Ihre Entwicklung begann vor rund 35 Millionen Jahren aus zuvor kleinen, Insekten fressenden Tieren.

Der Urvater aller Hunde lebte vor ca. fünf Millionen Jahren und wird Tomarctus genannt.

Aus diesem gingen dann die heutigen Vertreter der Familie hervor, allen voran die Hunde ( Canis)

und die verschiedenen Füchse ( Vulpes).

Nahe Verwandte des Wolfes sind: Goldschakal, Schabrackenschakal, Streifenschakal, Abessinischer Fuchs

und der Kojote.

Der Wolf ist der Größte Vertreter der Gattung, er hat die weiteste Verbreitung, von ihm stammen alle Hunde ab.

Unterarten des Wolfes:

Polarwolf (Tundra)

Arktischer Wolf (Nordwesten Amerikas)

Timberwolf (Nordamerika)

Rotwolf ( Süden der USA, Mexiko)

Grauwolf (Europa)

Pallipeswolf (Indien)

Arabischer Wolf (Arabien)

Steppenwolf ( Innerasien )

Geschätzte, weltweite Wolfspopulation:

USA:

Alaska: 8000

Idaho: 34

Isle Royale: 24

Michigan: 57

Minnesota: 2200

Montana: 65

North Carolina: 50

Tennessee: 6

Wisconsin: 55

Wyoming: 88

Kanada:

Alberta: 4500

British Columbia: 9000

NW Territories: 10000

Ontario/Quebec: 11000

Europa:

Bosnien: 400

Bulgarien: 100

Deutschland: 10

Finnland: 90

Frankreich: 10

Griechenland: 500

Italien: 400

Kroatien: 40

Norwegen: 10

Mazedonien: 250

Polen: 900

Portugal: 250

Rumänien: 2500

Slowakei: 400

Slowenien: 20

Spanien: 500

Schweden: 17

Ungarn: 40

Asien:

China: 400

Indien: 1500

Iran: 1000

Israel: 150

Jordanien: 200

Libanon: 10

Mongolei: 25000

Saudi Arabien: 650

Syrien: 350

Afrika:

Ägypten: 30

Äthiopien: 500

Russland:

30000

Grönland:

1000

Mexiko:

10

 

 




Eigenschaften 
Wölfe sind ohne Zweifel die Könige der Wildnis und zugleich die Raubtiere der 
nördlichen Hemisphäre, um die sich die meisten Legenden spinnen. Wölfe haben 
gleichermaßen eine Vorliebe für Dall-Schafe, Elche und Karibus. 
Sie scheinen für diese schreckliche Spezialisierung geradezu geschaffen zu sein. 
Wölfe sind große Tiere; von allen Unterarten gelten die in Alaska vorkommenden 
als größte Wölfe der Welt - der schwerste Rüde, von dem man bisher gehört hat, 
wog 80 Kilogramm. Robust gebaut und langbeinig, kann ein Wolf etwa zwei 
Kilometer weit mit einer Geschwindigkeit von 40 Stundenkilometern rennen, er 
kann auch meilenweit einen leichten 8-Stundenkilometer-Trab durchhalten. Seine 
Ausdauer kommt ihm bei der Jagd vorzüglich zustatten, zumal er seine Opfer 
meistens im Laufen angreift. Mit den Zähnen kann er das Fell des Opfers 
aufschlitzen und das Fleisch herausreißen. Kräftige Kiefer und lange Eckzähne 
erlauben es ihm, sich an einem fliehenden Opfer festzubeißen.  
Ein Wolf kann niemals sicher sein, woher er die nächste Mahlzeit nehmen wird; er 
muss deshalb den bestmöglichen Gebrauch von den Tieren machen, die er getötet 
hat. Er befeuchtet große Fleischstücke mit Speichel und schlingt sie unzerkaut 
hinunter. Die Fleischmenge, die er bei einer Mahlzeit zu sich nehmen kann, ist 
beträchtlich - bis zu 11 Kilogramm. Im Magen eines Wolfs fand man neben großen 
Fleischstücken und einer Menge Haare die Leber, die Nieren, die Luftröhre, ein 
Ohr und die Zunge eines Karibu. Die großen Knochen der größeren Opfer knabbert 
er sauber ab (kleine Tiere verschlingt er ganz), die kleineren Knochen zerbeißt 
er, um an das Mark heranzukommen. 
Selbst das Blut, das auf den Boden spritzt, leckt er auf, und im Winter frisst er 
den blutigen Schnee. Wenn er gefressen hat, ruht er sich aus. Die Verdauung geht 
rasch vor sich. Nach wenigen Stunden kann er schon wieder fressen, obgleich er 
manchmal tagelang herumlaufen muss, ehe er wieder ein Opfer findet. 




Organisierung des Rudels 
Trotz seiner Flinkheit und Stärke jagt ein Wolf selten allein. Da seine Opfer 
gewöhnlich größer und schneller sind als er, braucht er Unterstützung, und zwei 
oder mehr Wölfe schaffen meistens, was einem allein nicht gelingen würde. Die 
Grundeinheit der Wolfsgesellschaft, das Rudel, ist eine der kompliziertesten und 
hochentwickeltsten Formen sozialer Organisation im ganzen Tierreich. Eltern, 
Junge, Großeltern, Onkel, Tanten, Nichten und Neffen - sie leben und wirken 
innerhalb eines klar umrissenen Herrschaftsgebietes auf bemerkenswert 
freundliche und gut funktionierende Art und Weise zusammen. Der Zoologe Gordon 
C. Haber hat Jahre damit verbracht, Wölfe und ihre Beute im McKinley Park zu 
beobachten, und festgestellt, dass es dort drei Hauptrudel gibt. Eines besteht 
aus etwa 10 Wölfen und beansprucht ein Gebiet von ungefähr 1300 
Quadratkilometern. Ein anderes mit schätzungsweise 18 Mitgliedern lebt in einem 
Gebiet von gut 2500 Quadratkilometern, und ein drittes mit 10 bis 15 Mitgliedern 
herrscht über ein Gebiet von 1500 Quadratkilometern. Die Grenzen zwischen diesen 
Gebieten werden durch Geruchsmarken abgesteckt - ein Grasbüschel, eine 
bloßgelegte Wurzel, ja selbst ein Stein, auf die der Leitwolf und die Leitwölfin 
uriniert haben. 



Charakterisierung und Verhalten 
Man hat den Wolf mit vielen Namen belegt - ihn beispielsweise als mutwilligen 
Killer bezeichnet -, allmählich jedoch kristallisiert sich aufgrund von 
Untersuchungen seines Verhaltens in der freien Wildbahn ein neues, 
zutreffenderes Bild von seinem wahren Wesen heraus. Haber und andere Forscher, 
die die Möglichkeit gehabt haben, Wölfe aus der Nähe zu beobachten, 
charakterisieren ihn als äußerst freundliches Raubtier. Einer der ersten, der 
das herausgefunden hat, war Adolph Mune, dessen Buch The Wolves of Mount 
McKinley 1944 erschien. Es ist ein Klassiker auf dem Gebiet der Naturgeschichte. 
Er hat ein Wolfsrudel über einen längeren Zeitraum hinweg in seinem Bau 
beobachtet, der übrigens ein vergrößerter Fuchsbau war, und schnell gelernt, 
einzelne Mitglieder an der Verschiedenartigkeit ihrer Färbung und Zeichnung, an 
der Größe, dem Körperbau und der Persönlichkeit zu unterscheiden. Auf der 
Grundlage dieser Merkmale gab er einigen Namen. Einen großen Rüden mit schwarzen 
Flecken um die Augen nannte er Robber Mask (Räubermaske). Ein anderer mit 
,,einer langen, silbrigen Mähne und 
einem auf dem Rücken und teilweise auch an den Seiten dunkleren Fell" wurde 
Dandy getauft. Dandy legte großen Wert darauf, von den anderen respektiert zu 
werden; wenn er zur Jagd davon trabte, ,,wedelte er keck mit dem Schwanz, und in 
seinem Gang lag etwas Ausgelassenes". In Aussehen und Temperament ganz das 
Gegenteil von Dandy war Grandpa (Großpapa). Er schien sehr alt zu sein, 
schleppte sich steifbeinig herum und hinkte manchmal sogar. Das Rudel kam gut 
miteinander aus, jeder war eifrig um die Jungen bemüht, die eine der beiden 
Wölfinnen zur Welt gebracht hatte. Die kinderlose Wölfin verhielt sich oft so, 
als gehörten die Jungen ihr; sie spielte mit ihnen und passte auf sie auf. 
Das Leben des Rudels spielte sich ganz geregelt ab. Am Spätnachmittag oder 
frühen Abend versammelten sich die erwachsenen Tiere, bevor sie auf die Jagd 
gingen; dabei wedelten sie stets heftig mit dem Schwanz und hüpften vor Freude, 
als wären sie glücklich, sich wiederzusehen. Dann zogen die drei Rüden im 
allgemeinen gemeinsam los, manchmal von einer der beiden Wölfinnen begleitet, 
und kamen erst am nächsten Tag wieder zurück. Im Winter ziehen die Wölfe im 
Gänsemarsch durch den Schnee und treten in die Fußstapfen des Anführers. Haber 
hat herausgefunden, dass sie gewöhnlich auf hohen Bergkämmen entlang ziehen, weil 
sie von da aus leichter ein Opfer ausmachen und weil sie dort besser laufen 
können, da der Wind den Schnee zum größten Teil weggeblasen hat. Im Sommer 
entfernen sie sich manchmal 30 Kilometer weit von ihrem Bau und brauchen dann 
für die 60 Kilometer lange Strecke hin und zurück zwischen 8 und 10 Stunden. 
Die Sommerbehausung der Wölfe besteht aus weit mehr als nur dem Bau, der in 
seiner Grundform ein großes Loch in der Erde ist. Ein Baubereich, wie Haber ihn 
beschreibt, liegt an einem gut entwässerten und nach Süden zu gelegenen Abhang 
oberhalb eines Flusses, umgeben von Gräsern, Fichten und Weiden. Von hier aus 
haben die Wölfe einen guten Überblick über die Gegend. Von Anfang Mai bis Mitte 
Sommer verbringen sie einen Großteil ihrer Zeit in einem etwa einen bis 
anderthalb Hektar großen Ruhe- und Spielgelände, das in der Nähe des Baues in 
einem Wald gelegen ist. Das ganze Gelände ist durchzogen von einem Netz von 
Pfaden, die die Wölfe angelegt haben, und neben den Pfaden liegen die Knochen 
von Elchen, Dall-Schafen und Karibus, die sie auf ihren täglichen Jagdzügen 
getötet und Stück für Stück in ihren Baubereich geschleppt haben. Im Wald 
befinden sich auch die ,,Betten" der Wölfe, unter Fichten angelegt, so dass die 
Ruhenden den Fluss überblicken und jeden Eindringling rechtzeitig wahrnehmen 
können, der sich ihrem Gebiet aus jener Richtung nähern sollte. 
Der Bau selbst enthält zwei Nestkammern; in ihnen kommen die Jungen zur Welt und 
verbringen dort die ersten zwei oder drei Wochen ihres Lebens. Die Kammern sind 
mit dem weichen Unterhaar aus dem Fell der Mutter ausgelegt. Einige Stacheln von 
Stachelschweinen liegen herum, die den Bau während der Abwesenheit der Wölfe im 
Winter bewohnt haben. Ansonsten ist er sauber - dafür sorgt die Mutter, die alle 
Verunreinigungen, Überreste von Opfern und Kot, beseitigt. Wenn die Jungen alt 
genug sind, um mit den Erwachsenen zu laufen, verlässt das ganze Rudel das 
Baugebiet und zieht zu einem Begegnungsplatz, einer Art Kindergarten und 
Spielzone, wo die Jungen mit einem Babysitter zurückbleiben, wenn die übrigen 
Rudelmitglieder auf die Jagd gehen. Meistens bringen sie den Jungen und dem 
Babysitter Fleisch mit, und zwar in ihrem großen Magen. Die Jungen brauchen den 
Heimkehrenden gewöhnlich dann nur am Maul herumzuknabbern und -zubeißen, damit 
sie es für sie herauswürgen. 
Jedes mal, wenn Haber eine Heimkehr beobachtete, war er von der Zuneigung 
fasziniert, die die Wölfe füreinander empfinden. Er schreibt: ,,Das Futter 
spielte zunächst einmal überhaupt keine Rolle, denn alle Rudelmitglieder waren 
vollauf damit beschäftigt, ihre Nasen aneinander zu reiben, sich das Gesicht zu 
belecken, sich gegenseitig zu umarmen, sich zu balgen, zu winseln, zu schreien - 
eben allgemein Verspieltheit und Zärtlichkeit zu zeigen." 




Rangordnung 
S
tarke emotionale Bindungen der Wölfe zu den Mitgliedern ihres Rudels sind für 
ihr Überleben sehr wichtig. Noch wichtiger für Harmonie und Funktionsfähigkeit 
ist die strenge Organisation des Rudels. Jedes Mitglied hat seinen Platz in 
dieser sozialen Ordnung, die von einem großen, selbstbewussten Rüden angeführt 
wird. In vielen wichtigen Angelegenheiten wird er von dem in der Rangfolge 
zweithöchsten Rüden unterstützt - beispielsweise wenn es darum geht, einen Pfad 
durch den Schnee zu treten. Das ganze Rudel bildet eine Hierarchie, und über die 
Rangordnung gibt es kaum einen Zweifel. Der Rudelführer beherrscht alle anderen, 
physisch und psychisch, jede seiner Stimmungen färbt auf die Stimmung der 
anderen ab - und er allein vereinigt sich mit der ranghöchsten Wölfin. Jedes 
Rudelmitglied kann von denen, die in der Rangfolge unter ihm stehen, 
Unterwürfigkeit verlangen, zum Beispiel dass sie sich vor ihm am Boden 
zusammenducken, und tut es auch. Dabei wird allerdings selten nackte Gewalt 
angewendet; Haber hat in mehr als 1000 Stunden, die er mit der Beobachtung der 
Wölfe im McKinley Park zugebracht hat, nicht ein einziges Mal einen Kampf auf 
Leben und Tod zwischen Angehörigen eines Rudels erlebt. 
Gelegentlich wird die Autorität eines Rudelführers von den Mitgliedern des 
Rudels in Frage gestellt, allerdings nur dann, wenn seine Effektivität als 
Führer infolge seines Alters oder einer dauerhaften Verletzung nachgelassen hat. 
Wenn er jedoch aggressiv bleibt und die Umstände ihn begünstigen, dann kann er 
seine Autorität erfolgreich wahren. Haber nennt drei Voraussetzungen, unter 
denen es einem Rudelführer gelingt, seinen Rang zu verteidigen: Er muss zur Zeit 
der Verletzung im besten Rüdenalter sein, die Verletzung muss schnell heilen, und 
sie darf nicht in eine kritische Zeit im Leben des Rudels fallen, also 
beispielsweise nicht in die Ranzzeit, in der es schon eher einmal zu einer 
Herausforderung kommt. 



Kommunikation 
Wölfe haben viele Möglichkeiten, sich durch ihr Sozialverhalten auszudrücken. 
Ihr Schwanz ist eine Art optischer Telegraph. Hoch erhoben, signalisiert er 
Herrschaft, gesenkt Unterwürfigkeit - und der rangniederste Wolf trägt ihn 
trübselig zwischen den Beinen. Zur Freundlichkeit gehört wie bei Hunden das 
Schwanzwedeln, Aggressivität wird durch schnelles Hin- und Herzucken des ganzen 
Schwanzes oder der Schwanzspitze zum Ausdruck gebracht. Ein Stimmungsbarometer 
ist auch das ausdrucksstarke Gesicht des Wolfes. Wenn er herausgefordert wird, 
zeigt er seine Überlegenheit, indem er die Zähne fletscht, die Stirn in Falten 
zieht und die Ohren aufrecht und nach vorn stellt. Ein Wolf, der auf diese 
Zeichen von Aggression seine friedlichen Absichten zum Ausdruck bringen will, 
hält das Maul geschlossen, lässt die Stirn glatt und legt die Ohren zurück. 
Manchmal braucht ein überlegener Wolf nur den Unterlegenen intensiv anzustarren, 
damit dieser vor Unterwürfigkeit vergeht. 
Wölfe kommunizieren auch vokal. Natürlich heulen sie, doch daneben winseln, 
knurren und bellen sie auch. Wenn erwachsene Wölfe im Beisein von Jungen 
winseln, so scheinen sie damit Besorgnis auszudrücken; gleichzeitig dient das 
Winseln aber auch als freundliche Begrüßung unter Erwachsenen. Knurren bedeutet 
genau das Gegenteil. Mit dem Bellen wird wiederum Aggressivität ausgedrückt, 
zugleich wird es aber auch eingesetzt, um das Rudel vor Gefahren zu warnen. Das 
Heulen dient offenbar dazu, das Rudel nach der Jagd zu vereinigen. Es kann auch 
den Anspruch eines Rudels auf ein bestimmtes Territorium ausdrücken und ein 
anderes Rudel davon abhalten, dieses Territorium zu durchqueren. Manchmal heulen 
Wölfe auch einfach nur zum Vergnügen; sie heulen nämlich ausgesprochen gern. 
Bevor ein gemeinsames Geheul angestimmt wird, wedeln die Mitglieder eines Rudels 
mit dem Schwanz und winseln. Dann streckt ein Mitglied die Schnauze in die Höhe 
und beginnt zu heulen. Das dumpfe, klagende Jammern, das aus seiner Kehle 
dringt, ist einer der rührendsten und schönsten Ur-Laute, den es gibt - der 
echte Ruf der Wildnis. Der Heulton kann von einer bis zu 10 oder 15 Sekunden 
dauern. Dann fällt ein zweites Rudelmitglied ein, dann ein drittes - bis das 
ganze Rudel heult. 





Angriffsstrategie 
Ist er allerdings der Jäger, und nicht das Opfer, dann benimmt er sich 
erstaunlich kaltblütig und intelligent. Haben die Wölfe auf der Jagd ihr Opfer 
entdeckt, geraten sie in Erregung, bringen es zunächst jedoch fertig, sich 
zurückzuhalten. Sie nähern sich der Beute intensiv geradeaus starrend. Ihr 
Schwanz zuckt heftig hin und her. Wenn sie ihr nahe genug sind, um einen Angriff 
zu unternehmen, bleiben sie stehen und betrachten das Opfer einige Sekunden lang 
eingehend, ehe sie sich bellend und heulend auf es stürzen. Rennt das Opfer weg, 
jagen sie es; sobald sie jedoch merken, dass sie nicht mithalten können - was oft 
schon nach wenigen hundert Metern der Fall ist -, geben sie auf. Behauptet sich 
ein Opfer, zum Beispiel ein Elch, sehen die Wölfe es sich aufmerksam an, um 
herauszufinden, ob es irgendwelche Schwächen zeigt, die es zu einem weniger 
gewaltigen Gegner machen. Sie spüren selbst die geringfügigsten Leiden und 
Verletzungen und achten besonders darauf, ob das Opfer den Kopf stärker senkt 
als normal oder ob die Reflexe langsamer sind. Häufig genügen wenige Minuten, um 
ihnen zu sagen, ob sie angreifen sollen oder nicht. Nur wenn sie absolut sicher 
sind, dass sie ihr Opfer auch überwältigen können, umzingeln sie es. 
Die Art des Angriffs richtet sich ganz nach dem Opfer. Kleineren Tieren, Karibus 
oder auch Dall-Schafen, springen sie an das Hinterteil, den Bauch oder die Kehle 
- an jeden verletzlichen Körperteil - und werfen sie um. Bei Elchen müssen sie 
vorsichtiger und geschickter vorgehen. Ein Elch ist groß und stark. Obgleich er 
den Wölfen davonlaufen könnte, bleibt er meistens stehen. Wenn er wütend ist, 
kann er seine Angreifer drei bis vier Meter hoch in die Luft schleudern. Diesem 
eindrucksvollen Widersacher gegenüber besteht die Technik der Wölfe im 
allgemeinen darin, sich an die Hinterbeine und an die Nase heranzumachen, wobei 
sie sorgfältig darauf achten, den flinken, tödlichen Vorderhufen auszuweichen. 
Da sie genau wissen, dass ein verwundetes Opfer noch gefährlicher sein kann, 
töten sie es erst dann, wenn es durch den Blutverlust geschwächt ist. 
Trotz ihrer scheinbaren Geschicklichkeit haben sie eine erstaunlich niedrige 
Erfolgsquote beim Jagen. Haber registrierte im Laufe von 64 Tagen, die er im 
Winter 1970/71 mit der Beobachtung von Wölfen verbracht hat, alle Aktivitäten - 
Jagen und Aasfressen - eines aus 13 Mitgliedern bestehenden Rudels im McKinley 
Park. Sie fraßen 16 Kadaver verschiedener Tiere, die wegen der in jener Periode 
herrschenden Kälte verendet waren. Von 113 Elchen, die sie trafen und testeten, 
überwältigten sie lediglich 10. Sie hetzten zwar 224 Dall-Schafe, fingen aber 
nur 13, und verfolgten 26 Karibus, von denen sie nur eines töteten. ,,Die Tiere, 
die die Wölfe rissen, waren aus irgendeinem Grund nicht auf der Höhe", berichtet 
Haber. ,,Obgleich man nur schwer etwas über den Zustand derjenigen sagen kann, 
die entkamen, darf man wohl annehmen, dass sie im allgemeinen die gesündesten 
waren." 



Paarung 
Ihre Populationszahlen mit den verfügbaren Nahrungsreserven in Einklang zu 
bringen ist für das Überleben der Wölfe eine überaus wichtige Sache. Die Natur 
hat da offenbar eine Reihe von Kontrollmechanismen eingerichtet. Dazu gehören 
einmal die Abgrenzungen zwischen den einzelnen Rudeln - Abgrenzungen, die die 
Wölfe respektieren -, welche dazu beitragen, die Zahl der Wölfe in jedem 
einzelnen Territorium zu jeder Zeit zu begrenzen. Darüber hinaus schränken die 
Wölfe die Paarung ein; sie ist fast immer das Vorrecht des ranghöchsten Rüden 
und des ranghöchsten Weibchens. Beide beeinflussen das Verhalten der anderen 
Rudelmitglieder; der Rüde überwacht die unter ihm stehenden Rüden, das Weibchen 
die unter ihm stehenden Weibchen. 
Aber die Paarungszeit kann auch Probleme aufwerfen. In einem Rudel, dem Haber 
Ende Februar und in der ersten Märzhälfte folgte, also in der Ranzzeit der 
Wölfe, bemühten sich der Rudelführer und der in der Rangfolge zweithöchste Rüde 
um das ranghöchste Weibchen. Das Weibchen schien den zweithöchsten Rüden zu 
bevorzugen und hatte nichts gegen seine wiederholten Annäherungsversuche. Aber 
der Rudelführer vereitelte die Paarung der beiden. Mit ,,unmissverständlichem, 
doch durchaus nicht feindseligem Dominanzgebaren", wie Haber es beschreibt, 
schaffte er es, seinen Konkurrenten in einem beinahe konstanten Zustand der 
Unterwürfigkeit zu halten und so das Weibchen für sich zu gewinnen. Von dem 
Augenblick an gab es keinen Ärger mehr. Im Gegenteil, nachdem das Paar sich 
vereinigt hatte, spielte der unerhörte Liebhaber die Rolle des 
,,stellvertretenden Gatten", wie Haber es nennt, war zu dem Weibchen besonders 
aufmerksam, bevor die Jungen geboren wurden, und half später, sie zu versorgen, 
als wäre er selbst der Vater. 
Haber ist der Meinung, dass es neben der eingeschränkten Paarung und den 
territorialen Faktoren noch andere Dinge gibt, die bei der Bevölkerungskontrolle 
eine Rolle spielen. Er hat herausgefunden, dass die Rudel seit der Zeit, als 
Murie damit begann, ihr Verhalten zu studieren, also seit 30 Jahren, mehr oder 
weniger dieselben Gebiete bewohnen, dass sich die Zahl ihrer Mitglieder kaum 
geändert hat und dass auch die Zahl der Beutetiere bemerkenswert konstant 
geblieben ist. Die Rudel bewohnen sogar noch viele der alten Baue und Pfade aus 
jener Zeit. Haber hat allerdings auch festgestellt, dass die Population innerhalb 
gewisser Grenzen schwanken kann. Wenn die Zahl der verfügbaren Beutetiere - also 
derjenigen Tiere, die die Wölfe leicht und sicher töten können - erhöht ist, 
steigt auch die Zahl der Wölfe leicht an. Vermindert sich die Zahl der 
Beutetiere, sinkt auch die der Wölfe - und das ist durchaus kein Zufall. In 
harten Zeiten, wenn ein Wolfsrudel zu seinem eigenen Nachteil zu groß geworden 
ist, scheinen sich die Bande zwischen den ranghöheren und den rangniederen 
Rudelmitgliedern zu lockern. Ranghöhere Wölfe kümmern sich weniger um die 
schwächeren - oft jüngeren - Rudelmitglieder, die im Rang unter ihnen stehen. 
Können diese in einem strengen Winter mit dem Rudel nicht mehr Schritt halten, 
werden sie einfach zurückgelassen und dem sicheren Tod ausgeliefert. In Zeiten 
jedoch, in denen mehr Nahrung vorhanden ist, als ein Rudel verbrauchen kann, 
kümmern sich die ranghohen Rudelmitglieder eher um die schwächeren, was deren 
Überlebenschancen erhöht. ,,Das lässt vermuten", schreibt Haber, ,,dass eine Art 
dynamisches Gleichgewicht erreicht wurde, dass also die Wölfe und ihre Opfer sich 
stillschweigend aneinander angepasst haben."
 





Rangordnung im Wolfsrudel
Wölfe leben in einem komplexen Familienverband, in dem jedes Mitglied seine 
bestimmten Aufgaben hat und in dem es eine Hirarchie oder Rangfolge gibt. 
Verhaltensforscher haben den verschiedenen Rängen einprägsame Namen gegeben. Der 
alte Begriff "Leitwolf" ist z.B. durch "Alphawolf" ersetzt worden. Auch für die 
anderen Ränge wurden Bezeichnungen wie "Betawolf", "unterwürfiger oder 
untergebener Wolf" usw. vergeben. 

Alphawölfe
Die Anführer eines Rudels sind das Alpha-Männchen und Alpha-Weibchen, die man an 
ihrem hochgestellten Schwanz erkennen kann. Als Eltern der meisten Angehörigen 
des Rudels übernehmen sie naturgemäß die Führung. Die Autorität wird fortwährend 
mit Erziehungsmaßnahmen gegenüber den Abkömmlingen unterstrichen. Alpha-Wölfe 
sind normalerweise voll ausgewachsen und halten ihre Führungsposition bis zu 
acht Jahre. Das Alpha-Männchen zieht dem Rudel voraus und bestimmt die 
Marschrichtung. Das Alpha-Weibchen hält sich dabei in seiner Nähe. 

Betawölfe
Dicht hinter dem Alpha-Paar in der Hierarchie steht der Beta-Rüde, der auch eine 
wichtige Position innehat. In den meisten Rudeln ist der Alpha-Rüde der Vater 
des Rudels. Es kann aber vorkommen, dass er nicht an der Fortpflanzung beteiligt 
ist, dann verbindet sich der Beta-Rüde mit dem Alpha-Weibchen. Trotzdem bleibt 
der Alpha-Rüde der Dominante. Er leitet die Aktivitäten des ganzen Rudels an, 
auch wenn er nicht der Vater der Jungen ist.


Untergebene Wölfe
Normalerweise jüngere Wölfe, manchmal aber auch ehemalige Alpha-Wölfe, die ihre 
Führungsposition verloren haben. Diese im Rang niedriger stehenden Wölfe spielen 
eine wichtige Rolle bei der Aufzucht und dem Füttern der Welpen. Im Umfeld der 
Höhle sind sie von den wirklichen Eltern nur schwer zu unterscheiden. Die Anzahl 
der überlebenden Welpen hängt oft allein von der zusätzlichen Fürsorge der 
untergebenen Wölfe ab. 



Omegawolf
Bei einem größeren Rudel wird oft ein Wolf untersten Ranges zur Zielscheibe der 
angestauten Aggressionen. Von Verhaltensforschern Omega-Wolf genannt, scheint 
dieser Wolf eine Art "Sündenbockfunktion" einzunehmen. Manchmal wird er wie ein 
Aussätziger behandelt. Dieses Verhalten dient auch der besseren regionalen 
Verteilung der Wölfe. Häufig versucht der ausgestoßene Wolf nämlich, um der 
Misshandlung am unteren Ende der Rangordnung zu entgehen, ein neues Rudel zu 
gründen. Ein solcher Sündenbock ist an dem glatt gelegten Fell, seinen 
angelegten Ohren, und dem tief zwischen den Läufen eingezogenen Schwanz zu 
erkennen. 
Rutensignale des Wolfs: 
Vertrauen 
Drohung mit Selbstvertrauen 
Selbstsichere Haltung (Alphawölfe) 
Normale Haltung 
Drohend, aber unsicher 
Normale Haltung, z.B. bei der Nahrungsaufnahme 
Entmutigung 
Drohung, Verteidigungsbereitschaft 
Aktive Unterwerfung, Schweifwedelnd 
Totale Unterwerfung (Omegawölfe) 

Es ist nun allerdings keineswegs so, dass alle Rudelmitglieder dem Alpha-Paar 
"sklavisch untergeben" sind. Jedes Rudelmitglied hat natürlich seinen eigenen 
Willen. Nach neuesten Erkenntnissen soll es auch beim Fressen keine hirachische 
Rangordnung geben. Im gemeinsamen Spiel unter den Rudelmitgliedern erlaubten die 
Alpha-Tiere auch schon mal eine "Missachtung" der bestehenden Rangordnung und 
auch die jüngeren Tiere dürfen manchmal ein wenig "über die Strenge schlagen". 
Für Rüden und Weibchen existieren zwei getrennte Rangordnungen im Rudel. 
Normalerweise kämpfen auch nur Weibchen mit Weibchen und Rüden mit Rüden um die 
Rangordnung miteinander. 



Rangordnungskämpfe
Hin und wieder kann es auch zu Kämpfen um die Rangfolge im Rudel kommen. Jüngere 
Tiere können versuchen, die bestehenden "Machtverhältnisse" zu ihren Gunsten zu 
verändern. Wölfe versuchen, ernsthaften Beißereien aus dem Weg zu gehen und so 
spielen sich die Machtkämpfe normalerweise durch Droh- und Unterlegenheitsgesten 
ab. Häufig gibt das schwächere Tier schon vor einem ernsthaften Kampf nach, legt 
sich auf den Boden und bietet dem Sieger die Kehle dar. Beim Sieger wirkt jetzt 
eine Aggressionshemmung. Mit der Unterwerfung des Verlierers ist der Machtkampf 
beendet. 


Gesichtssignale des Wolfs: 
Ruhe, Entspannung 
Aufmerksamkeit, Interessiertheit; die Ohren sind aufgestellt 
Unsicherheit, Angst; die Ohren sind nach hinten gerichtet und 
eng an den Kopf angelegt, das Maul 
ist geschlossen und mit weit nach hinten gezogenen Mundwinkel 
und glatter Stirn, die Augen 
werden zu schmalen "Augenschlitzen" 
Angst, beginnende Aggression; die Ohren liegen flach am Kopf, 
die Lefzen sind zurückgezogen 
Angriffsbereitschaft; die Ohren sind aufgestellt, die Lefzen 
stark zurückgezogen 
Unmittelbar vor dem Angriff; die Ohren sind nach vorn gerichtet, 
der Fang geöffnet 

Manchmal kommt es aber doch zu ernsthaften Auseinandersetzungen und Beißereien 
zwischen den Rudelmitgliedern. Wenn beide Tiere nicht nachgeben wollen, kann es 
zu ernsthaften und blutigen Kämpfen kommen. Normalerweise merkt aber auch hier 
ein Tier rechtzeitig, wenn es unterlegen ist, und beschwichtigt denn den 
stärkeren Gegner mit Unterwürfigkeitsgesten. Zu Kämpfen mit tödlichem Ausgang 
kommt es extrem selten. 


Körpersprache der Wölfe
Die sichtbaren Kommunikationssignale der Wölfe basieren hauptsächlich auf 
Körpersprache. Wie der Mensch und der Hund, bringen auch Wölfe ihre Gefühle 
durch verschiedene Gesichtsausdrücke zum Ausdruck. Deswegen spielen die 
Gesichtsmerkmale in der Kommunikation der Wölfe eine große Rolle. Menschen 
lachen, wenn sie glücklich sind, und Hunde setzen manchmal ein "Glücksgesicht" 
auf. Der frohe Gesichtausdruck der Wölfe oder Hunde besteht aus einem offenen 
Maul, heraushängender Zunge und nach vorne gerichteten Ohren. Die 
Gemütszustände, die ein Wolf durch Körpersprache ausdrücken kann, sind 
Misstrauen, Drohen, Angst und Unterwürfigkeit. Die Drohgebärden unterscheiden 
sich erheblich von den freundlichen Gesten. Das drohende Tier - ob Hund oder 
Wolf - rümpft die Nase, öffnet das Maul, bleckt die Zähne und richtet die Ohren 
voll auf. Dies wird mit einem Knurren und Fauchen unterstrichen. Der bedrohte 
und verängstigte Hund oder Wolf setzt dagegen ein grundverschiedenes Gesicht 
auf. Das Maul bleibt geschlossen, er legt die Ohren an und heult. Ein sehr 
häufiger Gesichtsausdruck des Alpha-Wolfs ist der Starrblick. Der Starrblick 
dient dem Alpha-Wolf zur Kontrolle der unteren Ränge. Ein Alpha-Wolf braucht 
einen Wolf unteren Ranges bloß mahnend anstarren; der andere Wolf wird sich 
sogleich geduckt davonschleichen. 
Wolf und Hund kommunizieren auch durch bestimmte Körper- und Schwanzstellungen. 
Ein drohender Wolf zum Beispiel knurrt nicht nur und bleckt seine Zähne. Er 
versteift auch seine Schultern, stellt seinen Schwanz hoch und bläht sich 
regelrecht auf um größer zu wirken. Umgekehrt verzieht der bedrohte Wolf sein 
Maul zu einem defensiven Grinsen, duckt sich, zieht seinen Schwanz ein und 
kauert sich auf dem Boden, um kleiner zu erscheinen. 

Rettet die Wölfe!

 

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